Streifen in Volltonflächen: erst kalibrieren, dann Pass-Überblendung
Streifen und Lücken fallen besonders in satten Blau- und Cyanflächen auf. Sie können auch in Rosa, Violett oder Orange auftreten. Der Drucker läuft, doch die Farbe wirkt ungleichmäßig.
In meinen Tests lag es an der Ausrichtung: Kopfpositionen, Auftreffpunkte der Tropfen und Genauigkeit des Folienvorschubs zwischen den Durchgängen. Mehrere kleine Fehler summieren sich zu einem sichtbaren Defekt in der Volltonfläche.
Warum „fast ausgerichtet“ nicht reicht
Sehen Sie sich die Mikroskopaufnahmen an. Beim ersten Durchgang wirken die Punkte fast perfekt ausgerichtet. Dieses „fast“ akzeptiert man leicht als gute Kalibrierung. Über weitere Durchgänge wird die Abweichung deutlicher: Beim sechsten ist das Muster auseinandergewandert.
Wiederholt sich bei jedem Folienvorschub ein kleiner Fehler, summiert er sich. Deshalb prüfe ich die ganze Folge statt nur den ersten Durchgang. Eine gute Übereinstimmung an einer Stelle beweist keine genaue Einstellung im gesamten Test.
Pass-Überblendung glättet den Fehler. Zu welchem Preis?
Eine übliche Methode, sichtbare Übergänge zu kaschieren, ist die Pass-Überblendung, oft Enclosure genannt, auf 60, 80 oder sogar 90% zu erhöhen. Die Fläche wird glatter, aber der Druck langsamer. Ein schneller Produktionsdrucker verliert seinen Vorteil, wenn Sie ihn für saubere Ergebnisse ständig bremsen müssen.
Ich reduziere lieber zuerst mechanische Fehler und stimme den Vorschub ab, bevor ich die Überblendung einstelle. Vor der Ausrichtungsprüfung gibt es keinen Grund, Folie oder Tinte verantwortlich zu machen. Streifen allein sind aber keine Diagnose: In diesem konkreten Test geht es um einen Kalibrierfehler.
Woran ich in NXRIP arbeite
Ich entwickle eigene NXRIP-Kalibrierwerkzeuge für eine präzisere und einfachere Druckereinrichtung. Eines der ersten ist die Schrittkalibrierung: Sie stellt ein, wie weit die Folie zwischen den Durchgängen vorrückt. Sie funktioniert bereits; Oberfläche und Bedienbarkeit verbessere ich in kommenden Versionen weiter.
Zehn Tests in einem Lauf
Statt jedes Mal einen Wert zu ändern und einen neuen Test zu starten, lässt sich eine ganze Reihe anlegen. Zum Beispiel 10 Varianten mit jeweils 10 Einheiten Unterschied oder 20 Varianten für einen größeren Bereich.
Die Reihe drucken, Ergebnisse prüfen und die Variante mit der besten Punktausrichtung wählen. Bei Bedarf anschließend einen engeren Bereich um diesen Wert testen. Weniger wiederholte Handgriffe und direkt vergleichbare Ergebnisse.
Mein Ziel sind glatte Volltonflächen durch präzise Druckereinrichtung statt immer höhere Überblendungswerte. Die folgenden Fotos stammen aus dem aktuellen Test. Mit der Weiterentwicklung der Kalibrierwerkzeuge teile ich weitere Ergebnisse.





